Saturday, 20.09. to Sunday, 21.09.2014 two easy days on the farm camp. Rainy weather.
Monday, 22.09.2014 we took some small roads through the countryside to Witchcliffe and then followed the Caves Road to Augusta and on to the Cape Leeuwin on the southwestern most location in Australia. Here we visited the lighthouse which they say is the tallest in mainland Australia. Later we went to a nice campground in Augusta for the night and did a short walk along the river. Cloudy weather, some light rain. 90 km.
Saturday, 27.09.2014 we wanted to see The Gap and The Natural Bridge, but the weather was so rainy and windy that we decided to come back later. We then went back to Albany and did some shopping, Emailing, etc. We also visited the Sandelwood Factory outside of the town. This is the factory where they process the wood from the trees we had seen the plantations up at Kununurra some weeks ago. For the night we stayed at Emu Point near the inlet to the Oyster Harbour. Here we met Paul from Melbourne who gave us some advice on where to stay on our further route. Rainy weather. 64 km.
Sunday, 28.09.2014 was the day with slightly better weather and so we went back to see The Gap. The Gap is a narrow opening in the cliff where the water from the sea is flowing in and jumps up on the rocks. Since there was a lot of wind and the waves where strong it was a real spectacle, and the visitors got wet a few times. Even the cars parked on top of the cliff got sprayed by the salty seawater. Nearby there is also The Natural Bridge, a rock which forms a bridge over the water. It was absolutely spectacular because of the strong winds and high waves. Later we went to see The Blowholes. There are holes in the rocks which allow the water to be pressed through them by the waves. The noise is similar to a steam engine and the water is blown out in small drops like steam. Later we went back to Albany and Fidibus got a wash because he was fully sprayed by the saltwater. After some shopping we went north along road no. 1 and then on the Chester Pass Road we reached the Stirling Range Nationalpark. Here we stayed for the night. Cloudy weather, some rain now and then. 146 km.
Schweizer Besuch am Canning River, Perth
Natürlich muss auch gearbeitet werden, putzen und polieren der beiden Autos, Ida und Fidibus. Fidibus wird auch im Inneren völlig von dem roten Staub befreit, alles was nicht in Dosen, Kisten oder anderweitig verpackt war, ist mit einer roten Staubschicht überzogen. Alles Waschbare wandert in die Waschmaschine. Nach drei Tagen ist das Werk vollbracht, Ida und Fidibus glänzen um die Wette.
Nun können wir zum gemütlicheren Teil übergehen. Eine Einladung von Alex und Tecan zum Apéro, der Sohn von Pauline mit Freundin, nehmen wir gerne an. Ihre Wohnung liegt etwas erhöht und bietet eine wunderbare Sicht auf das schön beleuchtete Perth. Das anschliessende Nachtessen in einem schönen Lokal wurde von Trevor gesponsert.
Der Kings Park, mit Sicht über die Stadt, beheimatet den Botanischen Garten wo im Moment die Frühlingsblumen das Thema sind. Der Garten ist sehr schön angelegt und auf den Wiesen gibt es kein Täfeli mit der Aufschrift „ Rasen nicht betreten“. Sie sind Tummelplatz für Gross und Klein. Eindrücklich ist der Boab tree welcher über 3000 km weit vom Norden bis nach Perth per Lastwagen transportiert wurde. Der Baum hat die Fahrt nicht ganz ohne Blessuren überstanden und muss seither speziell gehegt und gepflegt werden. Wie heisst es doch so schön, alte Bäume verpflanzt man nicht. Wir spazieren gemütlich durch den Park und schliessen den Besuch mit dem Genuss eines Glacés ab.
Afghanistan scheint im Moment vor allem in der Kunst ein Thema zu sein. So gibt es eine Bilderausstellung von Ben Quilty, ein einheimischer Künstler, welcher australische Soldaten nach der Heimkehr vom Afghanistan-Krieg, gemalt hat, sehr eindrücklich. Eine weitere Ausstellung über Afghanistan wird im Western Australian Museum gezeigt. Hier sind es versteckte Schätze aus Kabul. Man glaubte, dass diese Schätze, welche im Museum in Kabul vor dem Krieg ausgestellt waren, bei der Bombardierung der Stadt, zerstört oder gestohlen wurden. Ein paar mutige Leute hatten aber die Vitrinen vorher geräumt und die Schätze hinter dem Präsidentenpalast vergraben. Nun hat man diese Kunstgegenstände wieder ausgegraben und können so der Menschheit wieder präsentiert werden. Es sind vor allem Schmuckstücke, Münzen, Glaswaren und andere Gegenstände die teilweise mehrere Tausend Jahre alt sind.
Sehr gefreut haben wir uns auch über den Besuch von Elsbeth und Jürgen, die im Moment auch in Australien unterwegs sind. Wir besuchten zusammen den Swanbell Tower, das Wahrzeichen von Perth. Der Glockenturm am Swan River mit 12 Glocken aus der St. Martins in the Field Kirche aus London zusätzlich eine Glocke von London und der City aus Westminster, drei Glocken wurden gespendet von einem britisch-, australischen Minenkonsortium und die 18. Glocke wurde von der Westaustralischen Regierung gekauft. Diese 18 Glocken dienen nicht nur als Glockenspiel, man kann hier auch einen Kurs besuchen um die Kunst des Glockenläutens zu erlernen.
Auf dem Rückweg in die Stadt besichtigen wir die St. Georges Kirche. Eine schöne, schlichte Kirche mit einer sehr schönen Orgel. Was ich so noch nie gesehen habe sind die vielen Fanfaren, gegen hundert Stück, fest eingebaut links und rechts der Orgel. Ein Konzert mit dieser Orgel und den Fanfaren muss ein Traum sein. Etwas schräg kommt uns die Kunst vor der Kirche rein, ein weisses Etwas, Jürg meint, das sind die verlorenen Seelen der Kath. Kirche.
Zurück in der Stadt gibt es erst mal einen Kaffee bevor wir uns dann so langsam zum Nachtessen ins Miss Maud Hotel zurück ziehen. Pauline und Trevor waren an einem Fussballspiel und holen uns auf dem Nachhauseweg im Restaurant ab, so können auch sie Elsbeth und Jürgen noch kennen lernen.
Ein weiterer Höhepunkt war die Einladung von Jeannie, Brendan und Kai Lovel in den Perth Hills. Wir haben diese Familie auf dem ersten Campingplatz, in den Glass House Mountains, in Australien kennen gelernt und sind seither immer in Mail-Kontakt geblieben. Ein schöner Abend bei einem feinen Nachtessen. Danke Jeannie, Brendan und Kai.
Ja und so war die Woche bald vorbei, am letzten Abend bei Pauline und Trevor haben wir Andrea und Dick kennen gelernt. Dick arbeitete ein paar Jahre in Genf bei der Weltgesundheitsorganisation der UNO. Beide sind Schweiz-Liebhaber und verbringen immer wieder Urlaube in unserer Heimat. Trevor hatte den Pizzaofen in Betrieb genommen und jeder konnte seine Pizza so belegen wie er wollte, mmhh war super fein, dazu einen gartenfrischen Salat aus Pauline‘s grüner Insel. War wieder ein spannender Abend und machte uns den Abschied sicher nicht einfacher.
Am Dienstagmorgen war es dann so weit, es galt Abschied zu nehmen. Mit vielen feinen Sachen für den Weiterweg, frisches Brot, selbstgemachte Konfitüre und Salatsauce, frischen Salat und Kräutern aus dem Garten und einem Abschiedsgeschenk wurde Fidibus gefüllt. Es war eine super schöne Zeit mit Euch, Pauline und Trevor, ganz lieben Dank, wir freuen uns schon auf das Wiedersehen wo auch immer auf dieser Welt.
Mit den letzten Tränen in den Augen verlassen wir Perth in Richtung Fremantle. Ein kleiner Spaziergang durch die Stadt lässt Erinnerungen aufkommen. Danach fahren wir weiter bis nach Mandurah. Eigentlich wollten wir uns mit Elsbeth und Jürgen treffen aber ihr Miet-Wohnmobil hat eine Strompanne und muss durch ein neues Auto ersetzt werden. So stehen sie nun in Collie und warten auf ein Ersatzfahrzeug.
17.09. In Mandurah gilt es noch ein paar Sachen zu erledigen, danach fahren wir der Küste entlang in Richtung Bunbury. Hier machen wir einen Halt, steigen auf einen Aussichtsturm und geniessen die Aussicht über Stadt und Meer.
Lighthouse, Bunbury
Hafen, Bunbury
18.09. Wir verabschieden uns von Elsbeth und Jürgen, sie müssen etwas zügiger unterwegs sein als wir.
Busselton ist bekannt für den längsten Jetty, 2 km lang. Eine anfängliche Holzkonstruktion wurde durch einen Brand zerstört, ein paar Ueberresten sind noch vorhanden und diese ausgehöhlten Planken werden von den Möwen als Brutstätte benutzt.
Hier treffen wir auch ein australisch-schweizerisches Ehepaar, Hildegard und Philipp aus Sydney. Wir machen die Wanderung zusammen, es ist kurzweilig und unterhaltsam.
Es ist schon später Nachmittag, also suchen wir einen Campingplatz in der Nähe. Gerne hätten wir irgendwo an der Küste übernachtet aber es ist überall verboten. Die Küsten hier sind paradiesisch, weisser Sand und türkisblaues Wasser. Es hat teilweise starken Wellengang was vor allem Surfer anzieht. Wir begnügen uns mit ein paar Fotos und dann ab die Post.
Wir fahren noch bis Gracetown wo es einen schönen Campingplatz hat. Kaum haben wir eingecheckt kommt uns Jürgen entgegen, so klein ist Australien. Den Abend verbringen wir allerdings nicht zusammen, Elsbeth muss sich etwas schonen und wir sind auch müde.
19.09. Nun gilt es definitiv Abschied zu nehmen, wir werden zwei Tage in Margaret River bleiben und Elsbeth und Jürgen fahren nach Pemberton. Alles Gute für die Weiterreise, war schön euch zu treffen.
Wir möchten heute ein paar Weingüter besuchen, Margaret River ist eine bekannte Weingegend. Auch hier gibt es wieder wunderschöne Weingüter, manchmal liegen sie an einem kleinen See oder sind schön eingebettet in den Reben. Es wird auch hier wieder viel Wert auf schöne Bauten und Gärten gelegt.
Um die Mittagszeit besuchen wir das 3Oceans Weingut, ein moderner Bau mit einem Restaurant. Wir werden von einem holländischen Verkäufer angesprochen, nicht des Weines wegen sondern Fidibus ist das Thema. Er erzählt uns dann doch noch einiges über die Weine aus der Gegend und so probieren wir zwei Weissweine. Ein Sauvignon Blanc Semillon schmeckt uns recht gut und somit ziehen wir mit 2 Flaschen davon von dannen.
Mit der Empfehlung eines weiteren Weingutes, Mad Fish, fahren wir weiter. Auch dieses Weingut ist sehr schön gelegen aber die grossen Tanks im Hintergrund gefallen uns nicht so recht. Hier probieren wir zwei, drei Rotweine aber sie entsprechen nicht unserem Geschmack.
Das Gebäude steht inmitten einer schönen Wiese mit Terrasse und Gartenwirtschaft. Wir sehen uns die Speisekarte an und entsprechend zum Menue degustieren wir drei, vier Weine. Wie ich zu Werner sage, hhmm dieser Wein ist gut, höre ich von neben an, welchen Wein habt ihr gerade probiert? Ein junger Mann aus der Schweiz ist auch am degustieren, er sucht sich den Wein für den Hauptgang aus. So kommen wir ins Gespräch. Nadine und Georg sind in Urlaub hier und werden am Sonntag wieder zurück in die Schweiz fliegen, ein sehr nettes Paar.
Wir bestellen tasmanischen Lachs auf Randenpürrée und Ruccola mit Randenbrioche dazu trinken wir ein Glas Sauvginon Blanc Semillon, Leermond Ernte, mmhh war sehr fein.
Nachdem Essen unterhalten wir uns noch lange mit Nadine und Georg, sie fahren heute noch weiter bis Perth und wir fahren zu einem Farmcamping wo wir die nächsten zwei, drei Tage bleiben werden, zwischen Schafen, Geissen und Hühnern.
20. – 21.09. Erledigen von Schreibkram und Vorbereitung der Weiterreise.
22.09. Nach einem Regentag und recht kühlen Temperaturen, so um die 10°, verlassen wir die Farm um nach Augusta zu fahren.
Wie es der Name, Cave Road, sagt, gibt es entlang dieser Strasse einige Höhlen. Nach Höhle ist es uns nicht aber bei der Jewel Höhle machen wir einen schönen Spaziergang durch den Wald. Es hat wunderschöne blühende Büsche und Blumen in allen Farben, sogar eine Orchidee.
Da der Besuch des Leuchtturms mehr Zeit in Anspruch nahm als vorgesehen, bleiben wir in Augusta auf dem Campingplatz und machen einen schönen Strandspaziergang.
23.09. Pemberton unser nächstes Ziel, das ist wo die grossen Karri Bäume stehen. Der Gloucester Tree, der bekannteste Baum, ist 60 Meter hoch. Mittels Eisenstäben hat man eine Wendeltreppe in den Baumstamm gerammt und kann so bis zur Gipfelplattform hochsteigen. Das haben wir vor 10 Jahren gemacht. Heute versuchen wir den Bicentennial Tree zu besteigen, er steht im Warren NP und ist etwas kleiner als der Gloucester, hat dafür zwei Plattformen. Das Wetter ist regnerisch und die Eisenstäbe sind etwas glitschig, was aber nicht das Problem ist, sondern unsere Gleitsichtbrillen. Die Eisenstäbe schwimmen vor uns hin und her was bei mir sofort ein Schwindelgefühl auslöst. So versuche ich den Blick stur auf selber Höhe zu halten, so geht es. Aber plötzlich sagt Werner, ich muss runter mir verschwimmt alles vor den Augen. Es ergeht ihm genau wie mir da er aber stärker Kurzsichtig ist gelingt ihm das Fokussieren nicht. Es macht den Anschein, dass man in unserem Alter nicht mehr auf solche Bäume klettern soll.
Auf dem Heart Break Trail, welcher mitten durch den Wald der Giganten führt, können wir diese Karri Bäume aus nächster Nähe bestaunen und sind einfach immer wieder überwältigt von den riesen Bäumen die fast Kerzengerade in den Himmel wachsen um sich dann in mehrere Aeste aufzuteilen und eine schöne Krone bilden. 40 – 50 Meter hohe Bäume, da sind wir nur Ameisen dagegen.
Interessant ist, dass der Warren Fluss welcher unten im Tal fliesst, stark salzhaltig ist. Schuld daran soll die Meeresgischt sein welche von den Winden mehrere Kilometer weit ins Landesinnere geblasen wird und die Wassertröpfchen erst hier zu Boden fallen. Dort wo es Bäume hat ist die Salzkonzentration kleiner als auf den offenen Flächen. Die Wurzeln der Bäume können das Salz zurückhalten wogegen auf offener Fläche der Regen das Salz wegspült. Inetwa so steht es auf einer Informationstafel.
In Pemberton machen wir einen kurzen Halt, besuchen den Bahnhof des Touristenbähnchens und machen einen Spaziergang durch das Städtchen. Pemberton lebt(e) von der Holzindustrie, kein Wunder bei den schönen Bäumen. Eine Sägerei ist noch immer aktiv.
Wir fahren weiter bis zum Shannon NP wo es einen schönen Campingplatz gibt.
Immer wieder begegnen wir dem Bibbulmun Track, das ist ein Wanderweg welcher von Perth bis nach Albany führt und ca. 1000 km lang ist. Uns scheint, dass es ein recht interessanter Weg ist, öfters führt er der Küste entlang dann aber wieder über die Hügel durch National Parks und durch Ortschaften.
24.09. Ueber Walpole und Nornalup kommen wir zum Tingle State Forest, die Heimat der Tingle Giganten. Eukalyptus Bäume die bis ca. 60 Meter hoch, einen Umfang von ca. 16 Metern und ein paar hundert Jahre alt werden können. Es gibt zwei Sorten, der rote und der gelbe Tingle, der gelbe Tingle wird nur ca. 35 Meter hoch mit entsprechend kleinerem Umfang. Interessant ist, dass diese Bäume keine tiefen Wurzeln bilden, lediglich ca. 30 cm unter dem Boden. Sie nehmen das Wasser primär über die Rinde auf welche weich und fasrig ist. Sie benötigen ein eher feuchtes Klima was hier mit ca. 120 mm Regen pro Jahr gegeben ist. Bei älteren Bäumen spaltet sich der Stamm und es entstehen Höhlen die manchmal durchgehend sind. Waldbrände und Pilze sollen die Auslöser sein. Der Baum steht dann nur noch auf der Rinde, machen aber trotzdem noch Ableger und in der Krone bilden sich nach wie vor Blätter und Blüten. Dass so ein grosser Baum trotzdem noch genügend Halt hat ist für mich ein Wunder. Klar mit der Zeit verwittert das Holz ganz was dann auch den grössten und stärksten Baum umhaut. Die Touristen stellen sich gerne in diese Baumhöhlen um ein Erinnerungsfoto zu machen.
Auf dem Weg nach Denmark machen wir einen Abstecher zur Peacefull Bay. Ein kleiner Ort mit einem sehr schönen Strand und eindrücklichem Wellengang.
25.09. Denmark eine kleine Stadt am Wilson Inlet. Von einer Aussichtsplattform aus kann man die tosenden Wellen die sich vor der Küste brechen bewundern. Der Inlet ist mittels einer Sandbank von dem Meer getrennt was dem Ort eine ruhige Bucht beschert.
Wir machen einen Spaziergang durchs Zentrum. In einem kleinen Bio Laden kaufe ich frisches Gemüse, Früchte und frischen Fisch. Bei der Bäckerei ein feines Brot. Ansonsten bietet der Ort nicht sehr viel.
Das Mittagessen nehmen wir in der ortsansässigen Brauerei ein, wir haben die Erfahrung gemacht, dass Brauereien meistens gute Restaurants betreiben. So auch hier. Was vielleicht aussergewöhnlich ist, dass zur Brauerei auch noch ein Weingut gehört. Nun weiss man nicht soll man zum Essen ein Glas Wein oder ein Bier trinken. So degustieren wir zum Apéro zwei Weissweine und zum Essen gibt’s ein Bier so haben wir beiden die Ehre erwiesen.
Wir sitzen noch eine Weile vor Fidibus und geniessen die tolle Aussicht. Ein junges holländisches Paar, Mike und Brenda, unsere Nachbarn, sind begeistert von Fidibus und freuen sich, dass wir ihnen eine „Führung“ anbieten. So ergibt sich eine längere Unterhaltung bevor es dann wirklich zu kalt wird und jeder in seine Behausung zieht.
26.09. Heute Morgen ist das Paradies perfekt, Sonnenschein, blauer Himmel und angenehme Temperaturen. Das Frühstück nehmen wir draussen ein. Leider hält die Idylle nicht lange, ein Lastwagen mit einem kleinen Bagger fährt ein und von nun an haben wir Baulärm. Die Strandwege werden neu verlegt und das ist leider mit sehr viel Lärm verbunden, so packen wir unsere Sachen und verlassen den schönen Ort. Schade.
Albany, die älteste Stadt in Westaustralien, gegründet 1826 von Major Edmund Lockyer, Soldaten und Sträflingen. Heute ist es die wichtigste Handels- und Hafenstadt im Südwesten mit ca. 32‘000 Einwohnern. Man hat eine schöne Sicht auf den Princess Royal Harbour und die verschiedenen Bays.
Wir machen einen Bummel durch die Stadt, es existieren noch einige, schön renovierte, historische Gebäude die im Moment aber vor lauter Baustellen etwas untergehen. Am 1. November findet hier in Albany eine Gedenkfeier des 1. Weltkrieges statt, das war der Tag als Australien und Neuseeland die erste Flotte ins Kriegsgebiet schickte. Es werden mehrere Tausend Leute erwartet und da soll die Stadt einen guten Eindruck machen.
27.09. Regentropfen sind der Wecker heute Morgen. Mal sehen ob wir den heutigen Plan zum Gap und zur Natural Bridge zu fahren durch führen können.
Gemütlich packen wir unsere Sachen zusammen und fahren der Bay entlang bis zum Gap-Abzweig. Just in diesem Moment öffnet der Himmel seine Schleusen und ein heftiger Regenguss prasselt auf uns nieder. So warten wir erst mal im Auto und hoffen auf einen trockenen Moment. Ein Tourbus fährt ein, die Touristen laufen im grössten Regen zum Gap. Sehen kann man nichts denn die Gischt zusammen mit dem Regen lässt alles grau in grau erscheinen. Schade, wenn man gerade mal ein paar Minuten Zeit hat für diese Attraktion und dann solche Wetterverhältnisse vorherrschen. Da sich die Situation nicht ändert ändern wir den Plan. Wir fahren zurück nach Albany, besuchen den Markt wo wir uns mit frischem Gemüse eindecken und fahren danach zur Sandelholzfabrik im Norden der Stadt.
Das Wetter will nicht besser werden, so fahren wir zum Campingplatz, nicht mehr an die Shoal Bay sondern am Emu Point. Ein paar trockene Minuten werden genutzt um einen Spaziergang an den Strand zu machen welcher allerdings nicht sehr einladend ist. Den restlichen Abend verbringen wir gemütlich in Fidibus.
28.09. Die Wetterverhältnisse sind etwas besser, vor allem über dem offenen Meer, so fahren wir nochmals zum Gap. Ein steifer Wind bläst die Gischt in Richtung Parkplatz und deckt Besucher wie Autos mit Salzwasser ein.
Ins Gap, eine Spalte in der Felsenklippe, drängen sich riesige Wassermassen die an der Rückwand auf die Felsen klatschen. Die entstehende Gischt spritzt 20-30 Meter hoch. Heute ist es extrem windig, d.h. die Besucher auf der Aussichtsplattform werden bei einer grossen Welle in Sekundenschnelle total nass gespritzt. So auch ich, man sollte halt die Nase nicht immer zu forderst haben dafür gab es ein gutes Foto. Allerdings mache ich mir Sorgen um meinen Fotoapparat, Salzwasser ist bestimmt nicht gut für ihn.
Die Natural Bridge, eine von den Wellen geformte Felsenbrücke, ist gleich um die Ecke, allerdings ist das Wellenspektakel hier nicht so interessant.
Wie wir zurück zu Fidibus kommen ist er leicht gepökelt, Salzkruste überall, ui,ui.
Wir fahren noch weiter zur Frenchman Bay mit dem super weissen Sandstrand. Man kann sich gut vorstellen wie es hier bei schönem Wetter aussieht, weisser Sand und türkisfarbenes Wasser.
Bevor wir nun Albany verlassen müssen unsere Vorräte aufgestockt und Fidibus von dem Salz befreit werden.
Dann fahren wir in Richtung Esperance zweigen aber vorher nach links ab auf die Chester Pass Road, unser Ziel ist der Stirling Ranch NP. Hier kann man schöne Wanderungen machen.
29.09. Das Wetter ist noch immer durchzogen, so entscheiden wir uns für eine kurze Wanderung. Mt. Hassell 827 Meter hoch, nicht weit von der Strasse weg, bietet sich an. Für die Wanderung werden 2.5 – 3 Stunden vorgegeben was uns viel erscheint bei einer Distanz von 3 km.
Ein steiniger, schmaler Weg führt durch eine wunderschöne Vegetation, blühende Büsche links und rechts, es ist wie in einem Botanischen Garten. Dazu die verschiedenen Düfte der Blüten und Hölzer. Der Weg wird steiler und am Schluss sogar sehr steil, wir klettern über Felsplatten, was Spass macht und schon stehen wir auf dem Gipfel. Von hier hat man eine schöne Rundsicht auf die vielen Felder und Seen der Region. Ab und zu gibt’s mal ein paar Regentropfen und der Wind pfeift uns um die Ohren. Aber schon beim Abstieg wird das Wetter immer besser und bald schon haben wir blauen Himmel. Nach 70 Minuten sind wir wieder beim Parkplatz.
Einen Besuch bei der ortsansässigen Galerie lässt mich staunen, da versucht sich ein einheimischer Künstler in der Art von F. Hundertwasser. Ehrlich gesagt, super gut, er mischt seinen Stil mit dem von Hundertwasser, genau so farbenprächtig und verspielt. Erstaunlich was ein Besuch in Wien für einen Einfluss auf einen Künstler haben kann.
Grace Lake, ein kleines Dorf, wo die Einwohner versuchen etwas aus dem Ort zu machen und probiert Touristen anzulocken. Eindrücklich mit nur 650 Leuten.
Hyden, der Ort mit dem Wave Rock, ein Felsen der aussieht wie eine versteinerte Welle.
Inmitten von Hyden hat es ein interessantes wie lustiges Kunstwerk, hergestellt von der lokalen Bevölkerung. Es wird die Geschichte von der Gründerzeit bis heute mittels Figuren aus Altmetall, gezeigt. Da gibt es den ersten Siedler der sich sein Geld mit Sandelholzsammeln verdiente, ein Pferdegespann mit einem Mann, eine Frau mit einem Kind, da werden die Frauen geehrt welche die harten Strapazen der Gründerzeit mitgetragen haben. Italienische Einwanderer Familien die sich offenbar hier niedergelassen haben, Schafscherer, drei Velofahrer die Strom erzeugen, da es hier erst in den 1990er Jahren Elektrizität gab, einen Bus, ein Fahradtaxi usw. Herrlich wie man diese Ideen umgesetzt hat.
Wave Rock, auf vielen Plakaten dargestellt und ein Muss für Westaustralien Reisende. Nun stehen wir vor diesem besagten Felsen, er sieht wirklich aus als ob eine Welle, bevor sie sich überschlägt, versteinerte. Er gehört zu den Hyden Rocks, eine grössere Felsformation die sich hier aus dem Nichts erhebt. Ein kahler, abgerundeter Felsen wie man sie in Australien immer mal wieder sieht, nicht sehr hoch, begehbar mit kleinen Wassertümpeln wo sich sogar Kaulquappen tümmeln.
Der Wave Rock ist lediglich 100 Meter lang und 15 Meter hoch, ein Granitfelsen welcher unterschiedlich erodiert, daher diese Wellenform.
Es gibt mehrere Spazierwege um und auf die Hyden Rocks, wir nehmen den Weg zum „Gähnenden Hyppo“. eine Höhle welche dem ersten Siedler, dem Sandelwood Sammler“ als Wohnung diente. Ein schöner, gemütlicher Pfad führt zu dieser Felsformation. Damit beenden wir das Thema Wave Rock und fahren noch ein paar km aus Hyden raus wo wir am Rande eines Feldes übernachten.
01.10. Heute ist mal wieder Abenteuer angesagt, der Holland Allradtrack. Er führt vom John Holland Way nach Coolgardie, ist ca. 180 km lang und soll nur von gut vorbereiteten Allradautos und Fahrer befahren werden. Gut, wir haben uns nicht lange mit diesem Track beschäftigt, es ist mehr eine spontane Entscheidung.
Beim Emu Point verlassen wir den John Holland Way und folgen von nun an dem Holland Track. Alles beginnt einfach, einspurig mit links und rechts Bäume und Büsche allerdings gerade so, dass wir nicht wieder holzen müssen. Nach ein paar km werden die Bäume weniger und es bleiben die Büsche und wieder ein paar km weiter kleine Büsche und viele Blumen. Die Fahrspur bleibt einspurig, ab und zu hat es ausgefahrene Stellen teilweise mit Wasser gefüllt. Alles kein Problem, meistens gibt es eine Umfahrung. Das bleibt aber nicht so, der Track wird rauer und die ausgefahrenen Stellen werden mehr und mehr, die Fahrrillen immer tiefer und mit mehr Wasser und Lehm. Die Umfahrungen sind manchmal noch schlechter als die Hauptspur. Werner schaltet den Allrad zu, sollen wir nun durch das Wasser fahren oder es aussen rum versuchen? Zuerst messen wir die Wassertiefe und versuchen den Untergrund zu erforschen, ist er tief und sehr lehmig fahren wir aussen rum ansonsten durch das Wasser. So hangeln wir uns von einem Wasserloch zum anderen. Die Strecke ist interessant aber erfordert die ganze Aufmerksamkeit, ist der Track mal gut, hängen Aeste in die Fahrbahn, um auszuweichen hat es kaum Platz. In 3,5 Stunden machen wir gerade mal 30 km und Fidibus kommt nicht ohne Kratzer davon. Glücklicherweise hält sich der Verkehr in Grenzen, ganze zwei Autos begegnen uns.
Nach ca. 40 km wird es etwas besser, Sorgen machen uns aber noch immer die Büsche. Landschaftlich ist es sehr schön und die Vegetation abwechslungsreich. Um 16.30 Uhr ist Feierabend, ein breites, trockenes Flussbett mit Bäumen und Sträuchern bietet sich als Uebernachtungsplatz an.
Wärmemässig ist es besser geworden so können wir sogar das Abendessen draussen einnehmen. Werner macht ein Feuer und wir geniessen den lauen Abend begleitet von Grillengezirpe.
02.10. Um 07.15 Uhr sind wir bereits wieder unterwegs. Der Himmel ist bedeckt und schickt immer mal wieder ein paar Regentropfen. Daher unser früher Aufbruch, wir möchten diesen Track nicht unbedingt bei Regen erleben. Es stehen uns noch 90 km bevor und bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 – 20 km sind das doch noch ein paar Stunden.
Der Weg führt weiterhin durch schönes Buschland, mal Wald dann wieder durch blühende Büsche und Blumen aber immer sehr kurvenreich. Allerdings scheint es, dass wir die schlimmsten Strassenabschnitte hinter uns haben, vor allem sind die ausgefahrenen Spuren nun meistens trocken oder nur noch mit einer feuchten Lehmschicht bedeckt.
Der Verkehr ist wieder riesig, ein Motorrad und ein Auto mit Klappwohnwagen. Ob sich der Fahrer mit dem Anhänger bewusst ist was auf ihn zukommen wird weiss ich nicht aber er ist mutig.
So geniessen wir den Track bis zum Schluss obwohl wir ab und zu doch noch holzen müssen.
Nun nach ca. 7,5 Stunden haben wir die 90 km geschafft und kommen auf eine breitere, unbefestigte Strasse. Bis Koolgardie sind es nochmals 80 km und dann ist für heute Schluss mit Fahren.
Im Ort gibt es ein Eisenbahnmuseum und auf dessen Parkplatz kann man übernachten, was wir auch machen. Es sind bereits 2 Wohnmobile abgestellt und wir kommen mit den Besitzern ins Gespräch und setzen uns dann alle zusammen für die Happy Hour. Wir quaseln bis es dunkel wird und uns ein paar Regentropfen zum Aufbrechen bewegen.
03.10. Coolgardie eine
einstige Goldgräberstadt mit über 20‘000 Einwohnern hat sich wie so
viele Goldgräberstädte, wieder zur Normalität zurück entwickelt. Heute
ringt der Ort um Touristen und es wird versucht das Bisschen Althergebrachte
noch zu vermarkten. Viele Geschäfte sind geschlossen, verfallen so
langsam, auch das Bahnmuseum ist nicht mehr und der alte Bahnhof teilt
dasselbe Schicksal wie die Geschäfte.
Wir haben das Gefühl, dass die Touristen hier etwas mehr für die noch bestehenden Geschäfte machen sollten, so trinken wir im lokalen Kaffee einen Tee und essen ein Stück Kuchen.
Bis nach Kalgoorlie sind es nur ca. 40 km und das ist die nächste Goldgräberstadt, aber hier wird noch immer Gold abgebaut, in der grössten offenen Goldmine Australiens. Hier ist Leben, viele Hotels, Restaurants, Geschäfte, Campingplätze und was man sonst noch so zum Leben braucht.
Bei der Touristinfo holen wir eine Citymap und Informationen über die Minentour. Leider sind die Touren für morgen Samstag alle ausgebucht und am Sonntag werden keine geführt. So hinterlassen wir mal wieder die Handy Nummer, vielleicht gibt es ja wieder eine Absage wie in Port Hedland. Die Tour beginnt um 09.30 Uhr so werden wir um ca. 09.15 Uhr vor Ort sein.
Als nächstes machen wir ein paar Einkäufe und danach erhält Fidibus schon wieder eine Autowäsche. Der Lehm von dem Holland Track klebt an ihm wie Beton.
Nun ist alles erledigt und wir fahren auf den Campingplatz. Auf einer Tafel am Eingang steht „heute keine Sprengungen“, d.h. wenn in der grossen Mine gesprengt wird gibt es hier auf dem Platz kleine Erschütterungen.
Als erstes wird geduscht und die Haare gewaschen, nach ein paar Tagen freien Campings ist das immer eine Wohltat.
04.10. Um 09.15 Uhr sind wir bei dem Minen-Tour Büro und hoffen, dass jemand nicht zur heutigen Tour erscheint. Der Tourleiter macht uns allerdings keine Hoffnung, er meint, dass dies nur ganz selten vorkomme.
So ist es dann auch, alle Teilnehmer sind da. Uns war nicht bewusst, dass mal wieder Schulferien sind was die Touristenfrequenz um einiges erhöht und gerade bei solche Touren sind bei Familien beliebt.
Nun so machen wir einen Spaziergang durch die Stadt, es gibt einige gut erhaltene und oder renovierte Häuser, vor allem Hotels und Regierungsgebäude. Die Kirchen lassen wir aus, dafür laufen wir ins Rotlichtmilieu, das Questa Casa ist das älteste Bordell in der Stadt. Man könnte sogar eine Führung durch die alten Gebäude machen aber so genau wollen wir es dann doch nicht wissen.
Nachdem ein reges Treiben herrschte wird es plötzlich ruhiger, die Lastwagen kommen nach dem Kippen nicht mehr in die Mine zurück, der Bagger stellt den Motor ab, die Bohrer fahren alle auf eine andere Plattform und stellen ebenfalls die Motoren ab. Diverse Jeeps fahren auf die Plattform wo vorher die Bohrer aktiv waren, zwei Tanker bespritzen die Strassen mit Wasser, eine Sirene heult und sämtliche Jeeps fahren aus der Grube weg. Nur ein Auto bleibt und zwei Männer machen etwas, vermutlich legen sie die Lunten für die Sprengung. Dann fahren auch sie auf eine erhöhte Plattform von wo sie eine gute Sicht auf den zu sprengenden Felsen haben. Noch ein paar Minuten und dann geht es los, drei Mal knallt es heftig und eine grosse Staubwolke hüllt die Grube ein. Es werden wieder einige Minuten abgewartet bis sich die Staubwolken verflüchtigt haben und dann kehrt das Leben in der Mine wieder zurück wie wenn nichts geschehen wäre.
Tja, das war interessant zu sehen und eine Ueberraschung, denn wir wussten nicht dass heute gesprengt wird.
Um 16.00 Uhr sind wir zurück auf dem Campingplatz wo wir den Rest des Tages gemütlich ausklingen lassen.